Frühschwangerschaft: Symptome, Tipps und was zu beachten ist

Sie haben gerade herausgefunden, dass Sie schwanger sind und wissen noch nicht, was auf Sie zukommt? Vielleicht wissen Sie auch noch gar nichts von Ihrem Glück. Kein Problem: wir liefern die wichtigsten Informationen rund um die Frühschwangerschaft. Welche Symptome auftreten, wie sich Ihr Baby im 1. Trimester entwickelt und was in der Frühschwangerschaft zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Ein positiver Schwangerschaftstest kann auch eine Frühschwangerschaft anzeigen.
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Frühschwangerschaft: Das Wichtigste kurz zusammengefasst

  • Mit der Frühschwangerschaft ist das 1. Trimester gemeint
  • Der Embryo entwickelt sich zu einem Fötus und ab der 6. SSW kann man den Herzschlag bereits auf dem Ultraschall sehen
  • Typische Symptome einer Frühschwangerschaft sind oft körperliche Veränderungen
  • Es gibt drei zentrale Untersuchungen für Schwangere
  • In der Frühschwangerschaft gibt es einiges zu beachten: Keine Medikamente, kein Alkohol, keine Zigaretten
  • Bestimmte Lebensmittel vermeiden und auf eine gesunde Ernährung achten

Was ist eine Frühschwangerschaft?

Als Frühschwangerschaft bezeichnet man die Anfangszeit einer Schwangerschaft, genauer gesagt die ersten 12 Wochen. Diese Zeit wird auch das 1. Trimester genannt. In dieser Zeit verändert sich einiges: Die befruchtete Eizelle wächst zu einem Embryo heran.

Eine Schwangerschaft dauert normalerweise 40 Wochen und umfasst verschiedene Abschnitte:

  • 1. Trimester: SSW 1 bis 12
  • 2. Trimester: SSW 13 bis 27
  • 3. Trimester: SSW 28 bis 40

Medizinisch gesehen dauert eine Schwangerschaft 40 Wochen, denn sie beginnt mit dem ersten Tag der letzten Periode. So gesehen ist man da aber noch nicht wirklich schwanger, zur Befruchtung kommt es nämlich erst ein bis zwei Wochen später.

Wie entwickelt sich Ihr Baby in den ersten 12 Schwangerschaftswochen?

Die ersten Schwangerschaftswochen verändern einiges: ab SSW 1 wächst nach erfolgreicher Befruchtung ein Embryo heran. In den ersten Wochen der Schwangerschaft bildet der Körper bereits das Schwangerschaftshormon hCG. Das ist das Signal für die Eierstöcke und die Hirnanhangdrüse: Moment, hier ist jemand schwanger!

Im ersten Schwangerschaftsdrittel beginnen schon alle Organe des Babys sowie Ohren, Augen und Augenlider sich zu entwickeln. In der 5. SSW beginnt das Herz zu schlagen und ab der 6. Schwangerschaftswoche kann man den Herzschlag bereits auf dem Ultraschall sehen. In der letzten Woche des 1. Trimesters ist der Fötus ca. 6 cm lang und 15 g schwer. Zum Ende der Frühschwangerschaft hin sind außerdem die Hände und Arme des Fötus weitestgehend entwickelt und er reagiert auf seine Umgebung.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Embryo und Fötus?

Ein Embryo und ein Fötus unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Entwicklungsstadien. Ein Embryo hat sich erfolgreich in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet und wird aus medizinischer Sicht bis zur 9 SSW so bezeichnet. Ab der 10. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt spricht man von einem Fötus.

Frühschwangerschaft erkennen: Typische Symptome

Eine frühe Schwangerschaft erkennen viele Frauen oft an den Symptomen, die sie plötzlich (oder auch schon länger) haben. Eins ist auf jeden Fall klar: Etwas ist anders als sonst. Oft sind diese Symptome körperlicher Natur. Der Körper braucht nämlich einige Zeit, um sich an die Schwangerschaft zu gewöhnen.

Die stärksten hormonellen Veränderungen treten in der Frühschwangerschaft bzw. in den ersten Schwangerschaftswochen auf, denn Progesteron und Östrogen steigen hier deutlich an. Progesteron sorgt für die Verdickung der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich das Ei problemlos einnisten kann. Es hat auch eine entspannende Wirkung und führt dazu, dass sich die Muskulatur entkrampft. Östrogen sorgt beispielsweise für eine bessere Durchblutung der Plazenta.

Als Drittes im Bunde: das sogenannte Schwangerschaftshormon hCG. hCG sorgt für den Aufbau der Plazenta und die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft. Diese hormonellen Anzeichen können vor allem zu Beginn einer Schwangerschaft viele Symptome und Beschwerden auslösen, auch bekannt als Schwangerschaftsanzeichen. Diese Anzeichen sind normalerweise kein Grund zur Sorge. Sollte Ihnen etwas komisch vorkommen, sollten Sie das aber schnellstmöglich von Ihrem Frauenarzt/Ihrer Frauenärztin abklären lassen.

Erste Anzeichen einer Schwangerschaft können z. B. sein:

  • Geschmacks- und Geruchsveränderungen
  • Vermehrter Ausfluss
  • Verstopfung/Bauchschmerzen
  • Sodbrennen
  • Größere Brüste und Spannungsgefühle
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Heißhunger
  • Starke Müdigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Schwindel

Ab wann sollte man zum Arzt gehen und welche Untersuchungen sind wichtig

Sobald eine Schwangerschaft bekannt ist, sollten Sie auf jeden Fall eine Arztpraxis aufsuchen. Die sogenannte 1. Vorsorgeuntersuchung findet meistens zwischen der 9. und 12 SSW statt, kann aber auch schon in der 6., 7. oder 8. Schwangerschaftswoche gemacht werden. Erfolgt diese Untersuchung schon so früh, wird zum Ende der Frühschwangerschaft nochmal ein umfangreicher Ultraschall gemacht, der die Lage und Größe des Babys ermittelt. Das Geschlecht Ihres Babys kann zwar noch nicht festgestellt werden, aber mithilfe der Pränataldiagnostik kann die Gesundheit des Babys kontrolliert werden.

Generell einmal bezeichnet Pränataldiagnostik die vorgeburtliche Untersuchung des ungeborenen Babys. Man unterscheidet zwischen der invasiven und nicht-invasiven Pränataldiagnostik. Eine nicht-invasive Untersuchung ist zum Beispiel der Ultraschall. Die Untersuchungen im Rahmen der Pränataldiagnostik sind freiwillig und werden beispielsweise empfohlen, wenn die Mutter ein gewisses Alter (oft ab 35 Jahren) erreicht hat oder familiär etwas bekannt ist.

Abgesehen von diesen speziellen Untersuchungen, gibt es während der Schwangerschaft zahlreiche andere Untersuchungen. Diese sogenannten Voruntersuchungen finden ca. alle vier Wochen statt, ab dem 7. Schwangerschaftsmonat alle 2 Wochen und wenn man über den errechneten Geburtstermin kommt, normalerweise alle 2 Tage. Alle Untersuchungen werden im sogenannten Mutterpass festgehalten, den jede werdende Mutter bei der 1. Vorsorgeuntersuchung bekommt.

Wichtige Untersuchungen im Überblick:

  1. Vorsorgeuntersuchung zwischen der 9. und 12. SSW
  2. Vorsorgeuntersuchung zwischen der 18. und 22. SSW
  3. Untersuchung zwischen der 29. und 32. SSW

Was gibt es zu beachten? – 5 Tipps für die Frühschwangerschaft

Die ersten Schwangerschaftswochen verunsichern viele Schwangere. Vor allem in der frühen Schwangerschaft fragen sich viele „Was muss man in der Frühschwangerschaft beachten?“. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir mit diesen 5 Tipps zusammengefasst.

Vorsicht bei Medikamenten

In den ersten Wochen einer Schwangerschaft ist der Fötus sehr empfindlich und kann auf vieles (negativ) reagieren. Deshalb wird grundsätzlich von der Einnahme jeglicher Medikamente wie Schmerzmittel abgeraten. Die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente daher bitte immer ärztlich abklären lassen. Statt einer Kopfschmerztablette, dem Nasenspray und Co. probieren Sie gerne verschiedene Hausmittel wie die Nasendusche, Wadenwickel oder Fußbäder aus.

Auf eine gesunde Ernährung mit vielen Mikronährstoffen achten

Oft hört man den Spruch „In der Schwangerschaft sollte eine Frau für zwei essen.“ Aber stimmt das? Nein, sagt Ernährungswissenschaftlerin Dunja Rieber. In der Schwangerschaft ist eine Zunahme von 3 bis 4 Kilogramm pro Schwangerschaftsdrittel ganz normal. Diese Gewichtszunahme liegt auch vor allem an der wachsenden Gebärmutter, dem Fruchtwasser, Wassereinlagerungen und dem Baby selbst.

Besonders in der Schwangerschaft ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung entscheidend, damit die Mutter und das Kind alle wichtigen Mikronährstoffe (Vitamine und Spurenelemente) erhalten. Wie kann man also gezielt die Frühschwangerschaft unterstützen? Ganz einfach: mit Mikronährstoffen.

Folsäure und Eisen sind zwei Mikronährstoffe, die besonders zum Beginn der Schwangerschaft eine große Rolle spielen. Der Bedarf an Folsäure steigt in der Schwangerschaft um 83 %, der Bedarf an Eisen erhöht sich sogar um 100 %. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt Frauen in der Frühschwangerschaft, zusätzlich zu einer gesunden Ernährung 400 µg Folsäure pro Tag über Nahrungsergänzung einzunehmen.

Es gibt aber einige Lebensmittel, auf die Schwangere aufgrund der Gefahr von Listeriose- oder Toxoplasmose-Erreger, verzichten sollten. Überwiegend handelt es sich hier um rohe tierische Lebensmittel.

Welche Lebensmittel sollte man nicht essen?

  • Produkte aus Rohmilch (z.B. Käse)
  • rohes/ nicht durchgegartes Fleisch
  • Rohwurst (z.B. Teewurst)
  • roher Fisch / Fischprodukte
  • gebeizter Fisch
  • Sushi
  • rohe Eier und daraus hergestellte Produkte / Speisen

Die Frühschwangerschaft unterstützen: Mit leichter Bewegung und Sport

Die Frühschwangerschaft mit Bewegung und Sport unterstützen.
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Beim Sport ist es wie so oft in der Schwangerschaft: Hören Sie auf Ihren Körper. Wenn man gerne Sport treibt, muss man in der Frühschwangerschaft und dem weiteren Verlauf darauf auch nicht verzichten. Leichte Ausdauersportarten wie zum Beispiel Schwimmen, Walken oder Rad fahren sind optimal. Um sich ein bisschen zu bewegen und dabei noch zu entspannen, sind Entspannungsübungen und Yoga zwei gute Möglichkeiten. Fühlen Sie sich unwohl, hören Sie lieber auf und wenn Beschwerden wie Herzrasen, Schwäche, Kopfschmerzen etc. weiter andauern, melden Sie sich in Ihrer Frauenarztpraxis.

Ausreichend schlafen und auf die innere Uhr hören

In der Schwangerschaft vollbringt der eigene Körper Höchstleistungen. Vor allem am Anfang haben viele Schwangere mit Müdigkeit zu kämpfen. In der Frühschwangerschaft können Müdigkeit und Erschöpfung auch erste Schwangerschaftsanzeichen sein, denn der Körper produziert mehr Progesteron, was müde machen kann. Gleichzeitig verbraucht der Körper mehr Energie.

Stress vermeiden und sich Ruhe gönnen

Um sich und das Baby im Bauch nicht zu gefährden, sollte man zu viel Stress vermeiden und sich genügend Ruhe gönnen. Aber keine Angst: Etwas Stress schadet dem Ungeborenen in der Regel nicht.

Was gefährdet eine Schwangerschaft in den ersten Wochen?

Eine große Sorge werdender Mütter ist, dass sie ihr ungeborenes Baby gefährden. Also, was sollte man in der Frühschwangerschaft vermeiden? Ganz vorne mit dabei sind Alkohol, Nikotin und Medikamente. Ein hoher Kaffeekonsum sollte auf ein kleineres Maß (ca. zwei Tassen täglich) eingeschränkt werden. In geringen Maßen schadet Koffein nämlich nicht, wenn man schwanger ist.

Quellen:

https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/schwangerschaft/schwangerschaftsdrittel/https://www.dge.de/presse/pm/was-schwangere-nicht-essen-sollten/

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